Liebe Familie Risse, unsere Tochter wurde heuer im April 17. Es ist unser einziges Kind. Ich habe immer so eine unterschwellige Angst, dass Christina etwas zustößt. Gegen Schicksalsschläge ist man einfach nicht gefeit. Aber das, was Ihnen passiert ist, das ist kein Schicksalsschlag wie ein Unfall oder ein sonstiger Unglücksfall. Es ist ein Verbrechen, das alles Schreckliche übertrifft. Man würde so gerne helfen, aber wie? Ich habe heute einen Gottesdienst besucht und dabei an Sie gedacht. Im Stillen habe ich für Sie gebetet, damit Sie die Kraft und den Mut finden für all das, was auf Sie noch zukommt - mit dem Prozess und überhaupt für Ihr weiteres Leben. Es ist auch nicht das letzte Gebet für Sie, ich werde weiter beten. Mehr kann ich leider nicht tun. Was die beiden Täter angeht, hoffe ich auf eine Strafe, die ihnen jeden Tag für den Rest ihres Lebens vor Augen führt, was sie angerichtet haben, statt einer Todesstrafe. Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Mut und dass Sie von der schönen Erinnerung an Ihr wunderbares Kind Annelie-Marie zehren können. Alles Gute!