Liebe Familie Riße
seit vergangenem August begleite ich Sie fassungslos und voller Trauer aus der Ferne.
Ich habe selbst zwei wundervolle Töchter und gerade das ist es wohl, weshalb Anneli sich so in mein Herz gebrannt hat. Ich habe gelesen, dass auch die Anteilnahme von ganz Fremden Ihnen etwas Trost schenkt. Das war für mich ein schöner Gedanke, denn oft , wenn ich um Ihre mir unbekannte und nun doch so nahe Tochter weine, denke ich einerseits, wie sinnlos das doch ist und andererseits, wie gut es doch wäre , wenn Sie in diesem Moment nur ein klein wenig von dieser schweren Last befreit wären.
Fassungslos betrachte ich auch die Kreaturen, wie Sie, Frau Riße, die Mörder genannt haben und denke, dass alles nur ein großer Irrtum sein kann, hoffe, dass beide die höchstmögliche Strafe erhalten, weil alles andere nachdem, was sie getan haben, untragbar ist. Hoffe auch , dass diese Monster im Gefängnis durch ihre Mitgefangenen für den Rest ihres elenden Lebens durch die Hölle gehen, merke aber auch, dass es für mich dadurch nicht leichter wird.
Liebe Familie Riße, danke, dass Sie die Kraft haben, die Menschen, die Ihnen nahe sein wollen, an Ihrer Trauer teilhaben zu lassen. Ich bin mit meinem Herzen ganz dicht bei Ihnen, begleite Sie aus der Ferne.
Fühlen Sie sich umarmt von einer unbekannten Mutter, ich wünsche Ihnen so sehr, dass Sie in ihrem Leben irgendwann wieder Glück und Freude mit Ihren anderen beiden Kindern und Enkelkindern empfinden können.
A. Fuchs aus Oberursel