Den geplanten Weg nach Dresden konnte ich am Wochenende nicht antreten, es tut mir tatsächlich ein wenig leid. Bei meinem ersten Besuch, am Tag des Begräbnisses, hatte ich das Gefühl, dass Anneli allgegenwärtig wäre. Vielleicht hätte ich dieses Gefühl heute nicht mehr. Vielleicht aber auch doch.
Der Sommer rückt näher, die warmen und schönen Tage rücken näher, der August rückt näher, mein Geburtstag und damit Anneli´s letzter freier Tag.
Auf eine Art kann ich es kaum erwarten, wieder den Spaziergang in Robschütz zu machen. Es hatte etwas von "ich bin hier, und nun drehe ich für oder mit Anneli die Zeit zurück und bin in dem Moment zur Stelle, in dem sie auf die Unsäglichen trifft". Aber das hat schon damals nicht funktioniert, und selbst Esoteriker würden Anneli´s Geist nach all dieser Zeit nicht mehr auf den Robschützer Feldern vermuten. Und doch würde ich den Weg einmal mehr gehen und hoffen, dass das Telefon in meiner Hosentasche erneut in dem Moment verrückt spielt, in dem ich diesen unsäglichen Baum erreiche. Dann wäre ich noch sicherer, dass sie noch da ist und ihre Lieben wirklich "nur" ihre körperliche Abwesenheit durchleiden müssten.
Wie gesagt, ich habe Anneli am Grab versprochen, zurückzukommen. Und ich werde es tun, allerspätestens im August.