Liebe Familie Riße,
ich hab diesen Fall auch von Beginn an mitverfolgt und als dann diese unmögliche Gewissheit über den Tod Ihrer Tochter/Schwester/Freundin kam, kam in mir eine unglaublich große Wut auf diese Täter auf.
Gehofft und gebangt habe ich, dass alles gut geht, doch am Ende kam die Schreckensmeldung. ????
Ich habe mir vorgestellt, wie ich diese beiden Monster mal begegne und wie meine Wut auf sie freien Lauf nimmt.
Zugleich habe ich sehr getrauert, obwohl ich Anneli nichtmal kenne.
Mir liegt das alles so sehr am Herzen, immernoch riesig, v.a. wenn ich auf das Gästebuch gehe, kommt in mir eine Riesentrauer auf, Anneli ist genauso ein Teenager wie ich, mit den gleichen Träumen/Hoffnungen. Und wenn es mir deswegen schon so schlecht geht, will ich mir garnicht ausmalen, wie es euch - der Familie, den Bekannten von ihr - geht.
Und trotzdem seid ihr so unglaublich stark (gründet eine Stiftung, habt dieses schöne Gästebuch angelegt, um sie auf eine Art und Weise weiterleben zu lassen), das finde ich sehr bemerkenswert.
Wenn ich irgendwann mal ein Kind hab und ihm/ihr passiert sowas, werde ich die Nerven verlieren und werde auf garkeinen Fall so stark sein können.
Dann werde ich vorerst heulen und fluchen und jammern, ich will garnicht wissen, wie viel ich da heulen würde, denn das tu ich schon bei anderen Sachen zu Genüge.
Aber als verrückter Mensch - wie ich einer bin - werde ich dann auch auf ganz verrückte Ideen kommen.
Zwei, die mir spontan einfallen ... Die zweite ist dann wirklich verrückt, aber verrückte Ideen sorgen durchaus für Wunder!
Zum ersten würde ich versuchen, Kontakt mit meinem verstorbenen Kind (Geist) aufzunehmen (ok, da würde ich mich erstmal nach jemandem vertrauenswürdigen umsehen, der sich mit der Kontaktaufnahme von Geistern beschäftigt) ... Und ja, ich glaube an Geister, denn Energie kann ja nicht verloren gehen.
Und die zweite Idee von mir wäre in dieser Situation, dass ich mein Kind in ein Forschungslabor für Wiederbelebung schicken würde (oder ein Labor, was sich damit halt beschäftigt!!).
Die würden mich zwar erstmal ganz schön auslachen, aber dann würde ich so viel tolles erzählen, was ich mit meinem Kind erlebt habe, würde weinen, mein süßes Gesicht aufsetzen, und solange am Ball bleiben, bis die irgendwann sagen, dass sie ihr bestmögliches für die Wiederbelebung meines Kindes versuchen werden.
Danach würde ich strahlend rausgehen und Luftsprünge machen, weil dadurch wieder ein Funken Hoffnung aufkommen würde, dass ich mein Kind in dieser irdischen Welt wiedersehe.
Was ich damit sagen will ist, dass man NIE, wirklich NIE seine Hoffnungen aufgeben soll, selbst wenn's hoffnungslos erscheint. Denn es ist NIE zu spät!
Übrigens, die Hoffnung, die ich selbst in aussichtslosen Situationen habe, ist ein Grund, warum ich beim Erwähnen von Anneli in der Gegenwart geschrieben hab. ????Ich hoffe einfach noch, dass Ihre Tochter irgendwann wieder bei euch sein wird, und das wird bestimmt auch passieren. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie weiß ich sogar, dass das irgendwann passieren wird. Irgendwann wird sie wieder bei euch sein. Wie gesagt hat mich diese Tat so unglaublich geprägt und mitgenommen, dass ich sogar mal von Anneli geträumt habe (Sie kam einfach wieder zu euch und ihr habt sie in die Arme genommen. Es ertönte wieder Musik vom Klavier und es gab auch wieder Stolperfallen, genauso wie damals)
Jedenfalls hat mich die Trauer und Wut über so eine Tat und über das Leben, das man ihr genommen hat, so sehr zerrissen und fertiggemacht, dass ich einfach mal diese Zeilen in das Gästebuch tippen musste, auch wenn ich Anneli nicht kenne.
Ganz liebe und ❤-liche Grüße von einem mitleidenden Teenager aus Ostsachsen