Liebe Familie Riße.
Über die feierlichen Tage habe ich bewusst nichts hier hinterlassen. Wie sollte ich, trotz allem Leid, was ich in 44 Jahren erlitten habe, die richtigen Worte für Ihre Situation finden können? Ich habe ja nicht einmal selbst Kinder, also kann ich es mir nicht einmal im Ansatz vorstellen, wie es sein könnte.
Ich hoffe es geht Ihnen allen "gut". Eigentlich bin ich recht gewiss, dass es Ihnen "gut" geht. Kennenlernen durfte ich bisher niemanden von Ihnen, vom Händedruck bei der Bestattung abgesehen. Und doch denke ich, dass Ihre Reserven und einzelnen Fundamente sowie das gemeinsame Fundament es Ihnen möglich gemacht haben könnten, ein wenig Glück und Frohsinn gehabt zu haben.
Vielleicht konnten die schönen Erinnerungen und guten Gedanken an eine sehr besondere Seele, die Seele von Anneli-Marie, die negativen und niederdrückenden Gedanken und Gefühle übermanteln. Das wünsche ich Ihnen allen sehr.
Und so wünsche auch ich Ihnen nun ein "frohes" neues Jahr, von weiteren Floskeln, so ehrlich ich sie auch meinen würde, sehe ich jetzt ab.
Wann immer ich an Anneli denke, bekomme ich wieder dieses unerklärliche Verlangen, mich auf den Weg nach Klipphausen zu machen und mein am Grab an Anneli gegebenes Versprechen einzulösen, sie wieder zu besuchen.
Doch der Weg ist sehr weit von Hannover, und ich habe mir vorgenommen, Anneli nach Möglichkeit nur an strahlend schönen Tagen wieder zu besuchen. Ihr letzter Tag war ein strahlend schöner Tag. Mein erster Besuch war an einem strahlend schönen Tag. Und so möchte ich mein Erleben von Anneli auch fortsetzen, denn "strahlend schön" passt wohl am besten zu ihr, innerlich wie äusserlich.
Wenn auch mein Alltagsleben weitergeht und Anneli nicht mehr häufig in meinen Kopf aufsteigt - in meinem Herz ist sie unverändert stark ein Teil von mir.
Viele Grüsse aus Hannover, Bernd Grabowski.