Liebe Trauernden, die Nachricht das eine 17jährige aus der Nähe von Meissen verschwunden ist erreichte mich (36) bei der abendlichen Internetschau auf dem Sofa. Was ich da las, war mit Beginn der ersten Zeile schockierend. Zu diesem Zeitpunkt war das Ausmass der Katastrophe, welche über Sie hereinbrechen sollte, noch nicht absehbar. Leider übergeht man solche Informationen mittlerweile relativ schnell und hat sie nach wenigen Tagen verdrängt - nicht vergessen. Doch das hier war etwas anderes. Sofort musst ich mich aufrichten und war zutiefst aufgewühlt. Doch, und diese Frage stelle ich mir seit August, was war anders. Warum sorgte ich mich plötzlich um eine Fremde.
Ist es die räumliche Nähe (DW), ist es weil man selber Töchter hat, ist es das Alter - 17??? Mir gehen diese Fragen nach wie vor nicht aus dem Kopf. Da ich beruflich tagtäglich mit jungen Menschen in genau diesem Alter zu tun habe (Lehrausbilder), ist es, so glaube ich, das Alter was die Sache für mich so tragisch macht.
Sie stand an der Grenze zu einem eigenem, selbstbestimmten Leben. Frei und bereit die Welt zu entdecken. Die stürmischen Zeiten hatte sie sicherlich gerade hinter sich gebracht und war bereit für ihre ganz persönliche Zukunft. Sie als Eltern haben für Anneli die perfekten Bedingungen geschaffen und alles gegeben, damit die junge Frau stark, mutig, selbstbewusst in ihr Leben startet. Das haben Sie erreicht..., auch wenn alles anders kommen sollte.
Liebe Familie Riße, ich bewundere ihre Art mit der Situation umzugehen und wünsche Ihnen das was ihrer Tochter verwehrt bleib. Eine Zukunft, auch wenn Sie dafür kämpfen müssen. Bleiben Sie stark - es lohnt sich.
Herzlichst - Sebastian Rentzsch