Holger, 62 Jahre alt:
Im Gedenken an Anneli
Am Dienstag früh auf unserer Urlaubsfahrt zur Insel Poel erfuhren wir vom Schicksal von Anneli.
Seit dem sind meine Gedanken immer wieder bei Ihr. Zu früh sind wir auf der Insel angekommen - so erfahre ich erst am Mittwoch aus der Zeitung das Unfassbare.
Da ist der Donnerstag danach. Am Strand von Timmendorf laufen 3 Mädchen vielleicht 17..18 Jahre alt fröhlich plaudernd an mir vorbei. Ich sehe Ihre Anneli.. und spüre.. jede von Ihnen könnte in wenigen Stunden ein solches Schicksal erleiden...
Am Abend dann treffe ich die Mädchen vor ihrem Zelt wieder, nicht all zu weit weg von unserem eigenen und denke zurück an meine jüngere Tochter Corina, die im gleichen Alter mit Freunden das erste Mal zelten durfte..
Da ist der Tag danach. Freitag-Mittag sitzt eine junge Familie uns schräg gegenüber in der Strandperle vom Schwarzen Busch.
Meine Frau flüstert mir zu: „genau wie unsere große Tochter“ – 3 kleine Kinder, jedes kaum 2 Jahre auseinander. Das Kleinste wird von der Mutti gerade liebevoll mit Brei gefüttert. Die Gaststätte war so freundlich und hat das Gläschen warm gemacht. Aus Höflichkeit bestellen alle ein Getränk. Wieder sehe ich in ihr Ihre Anneli. Sie hätte dort in 3-4 Jahren auch ihrem Jüngsten das Gläschen Brei geben können. Was ich da noch nicht weis, auch meine Tochter ist am 22.06. geboren..
Da sind seit diesem Dienstag immer wieder meine Tränenausbrüche, wie vor einem Jahr.. Ich kann sie nicht zurück halten.. als wäre es mein eigenes Kind, dass ich jetzt ständig sehe. Ich verstecke diese Tränen.. ich möchte in diesen Momenten mit Niemanden darüber sprechen.. ich möchte diese Tränen nicht teilen.. sie nicht bremsen.. es sind meine Tränen für Ihre Anneli-Marie.
Liebe Familie Riße
Wir wünschen Ihnen viel Kraft für die immer wieder kehrenden schweren Stunden ihrer Trauer.
Holger und Familie
Danke für ihre Seite im Netz.