Liebe Anneli,
es ist kaum ein Tag vergangen, an dem ich nicht an dich gedacht habe. Es tut jedes Mal weh. Ich verstehe es nicht. Ich wünschte, ich könnte im Wissen deines Schicksals die Zeit zurückdrehen, genau zum richtigen Moment, und dir helfen. Deine Familie warnen. Dich bitten, an diesem einen Tag nicht das Haus zu verlassen. Diese sinnlose, tödliche Grausamkeit irgendwie verhindern. Damit du weiter glücklich sein kannst. Damit du dein Abitur bestehen und achtzehn Jahre alt werden kannst. Du solltest nicht für immer siebzehn sein. Die Welt hat ein wunderschönes, unschuldiges Mädchen verloren. Und zwei alte, verfaulte Schweine behalten. Wie soll es enden, wenn es immer so weitergeht? Ich kann nicht aufhören, an dich zu denken. An deine Familie. An diesen Albtraum, den sie durchleben. Du hast so unglaublich schön Klavier gespielt. Irgendwie spielst du immer noch. Ich wünsche dir Frieden, Ruhe und Vergessen. Du solltest noch hier sein. Eines dieser Monster hätte es treffen sollen. Ich verstehe die Welt nicht. Mit dir und dem, was dir angetan wurde überhaupt nicht mehr.